DEUTSCHLAND IST BROTWELTMEISTER In keinem anderen Land der Welt gibt es so viele unterschiedliche Brotarten wie in Deutschland: 3500 Sorten sind beim deutschen Brotinstitut in Berlin registriert. Brot ist ein Kulturgut, und Handwerksbäcker wie Axel Schmitt sorgen dafür, dass das auch weiterhin so bleibt. Dabei spielt die Qualität der Zutaten und der Zubereitung – Stichwort Teigführung – eine große Rolle. Ein guter Teig braucht Zeit, aber nur sehr wenige Zutaten. In seinen Beiträgen auf Instagram zeigt Axel Schmitt, dass es selten mehr als fünf Ingredienzien für ein köstliches Brot oder Brotspezialitäten braucht. Und immer einen Schuss Wasser in den Ofen! Sehr unterhaltsam sind die Beiträge vom Bäckermeister aus Frankenwinheim obendrein. Er kann Bühne! Das zeigt er auch als Wacken-Bäcker, beim „W:O:A – Wacken Open Air Festival“. Seinen Ehrentitel als Weltbäcker verteidigt er übrigens gegen die Bäcker aus 56 Ländern auf 5 Kontinenten. „Für diesen Titel wird man von seinem Land vorgeschlagen. Das findet in der Regel einmal pro Jahr statt. Der Weltverband der Bäcker hat seinen Sitz in Madrid, und es werden viele Dinge in die Waagschale geworfen. Die Handwerkskunst, Prämierungen, die Jugendarbeit, gemeinnützige Arbeit, ob und wie man (s)einen Betrieb leitet und vieles mehr. Ach ja, und man muss jünger als 50 Jahre alt sein“, erklärt der ausgezeichnete Bäcker. Ihm liegt besonders am Herzen, dass die Wertschätzung für Brot, für die gute Qualität von Brot auf der ganzen Welt steigt. Und dass man aufhört, über den Wert für die- ses Grundnahrungsmittel zu diskutieren. Gemessen an einer Scheibe seien das nur Cent-Beträge, die man spare, wenn man ein industriell gefertigtes Brot kaufe. BROTZEIT IST DIE SCHÖNSTE ZEIT... ...und die Menschen wurden wegen des Brotes sesshaft. Das spiegelt sich auch in den Konsumzahlen wider. Die Statistik sagt, dass im Jahr 2021 rund 97,6 Prozent aller Haushalte über 45 Mal im Jahr Brot kauften, die durchschnittliche Menge pro Kopf summierte sich auf rund 22 Kilogramm. Der Umsatz dafür beläuft sich auf über vier Milliarden Euro pro Jahr. Gebakken wird Brot seit etwa 22.000 Jahren. Davor – seit mindestens 30.000 Jahren – ernährte sich die Menschheit von Getreidebrei. Der Anbau von Getreide wurde erst vor rund 11.000 Jahren „erfunden“. Die Menschen wurden wegen des Brotes sesshaft! Bis vor 6.000 Jahren gab es nur Fladenbrote. Erst dann haben die Ägypter den Sauerteig erfunden und heiße Backtöpfe SERGEJ CHERNOISIKOW DIVINO MAGAZIN·Nº 2/2023 17
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